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Nach meinem kleinen Beitrag über verschlossene Kirchentüren gestern, führte mich mein Weg noch in ein Kölner Krankenhaus. Das ist ein kleines, feines Haus mit einem modernen Neubau und einem beeindruckenden Altbau. Ich musste eine Weile im Altbau warten und ein wenig war mir so, als käme gleich Dr. Semmelweis zusammen mit eine Schwestern in gestärkter Schürze und Häubchen über den Gang gelaufen.

Ich sinnierte über den Zustand des Fliesenbodens, der nach seinen weit über 100 Jahren immer noch besser aussieht als der heimische Parkettboden nach nur zehn Jahren, bestaunte die dicken Wände und genoss die verwinkelten architektonischen Spielereien.

Der Zufall wollte es, dass ich an der Kapelle vorbeikam. Ich habe bisher nur zwei Arten von Krankenhauskapellen kennengelernt. Die einen laden zum Verweilen ein und sind ein wahrer Ort der Ruhe und Einkehr. Die anderen sind da, weil man sie haben muss, lieblos, kalt und ein Ort des Unbehagens.

Diese Kapelle gestern war ein Ort der Ruhe und Einkehr. Ich freute mich über eine Kirche der offenen Türen und suchte den Opferstock auf, um eine Kerze anzuzünden. Bevor ich die Kerzen sah, blickte ich auf ein großes, laminiertes Schild: „ACHTUNG! Kerzen nicht anzünden, Schalter umlegen!“

Ich mag diese batteriebetriebenen Kerzen nicht. Jedenfalls nicht in Kirchen. Der Akt des Anzündens ist bereits Teil meiner persönlichen Einkehr. Einen Schalter an einem Batterielicht umlegen oder, schlimmer noch: ähnlich einem Sonnenstudio eine Münze einwerfen und irgendwo geht automatisch ein Lichtlein an, ist für mich nicht dasselbe.

Trotz offener Türe musste ich unverrichteter Dinge weiterziehen…

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