vielfältige Einfalt

Da hat so eine junge Journalistin, die auch mal ab und an ein Buch veröffentlicht, eine Lesung in einer Münchner Buchhandlung abgesagt, weil es in dieser Buchhandlung auch ein Regal mit rechtem Zeugs gibt.

Ob die Absage der Lesung ein Verlust für die Münchener ist, mag ich jetzt nicht beurteilen. Ob es sich bei dem rechten Zeugs um wirklich rechte Literatur handelt oder  um Publikationen, die von der aktuell politisch, intellektuell und medial bevorzugten Meinung abweichen, weiß ich ebenfalls nicht und wollte es auch nicht beurteilen.

Genauso interessant wie die Absage der Lesung und ihre Begründung ist, wie das Thema medial aufgegriffen wird. Bei jeder Zeitung, die etwas auf sich hält, wird irgendein Journalist aus der letzten Reihe damit beauftragt, in seiner heimischen Buchhandlung nachzufragen, wie die es denn so mit „rechtem Zeugs“ halten. Und eine Fülle von Kleinstbuchhändlern erzählen, wie sie es mit Werken von diesem oder jenem Autor oder Publikationen aus diesem oder jenen Verlag halten. Ist das nicht genau die Öffentlichkeit für die abgelehnten Publikationen, die man vermeiden möchte?

Mich macht es nachdenklich, dass man Meinungen, die man nicht teilt, stigmatisiert und versucht, sie auf unterschiedlichen Wegen aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Da wird permanent auf allen Kanälen kunterbunte Vielfalt gepredigt, aber als zugrundeliegende Meinung wird nur Einfalt zugelassen? Und noch etwas ist auffällig: die abgelehnten Meinungen werden zumeist mit „Hass“, „Hetze“, „verabscheuenswürdig“  usw. beschrieben. Das ist alles irgendwie weich, emotional. In einer kritischen Auseinandersetzung sollte man doch konkret sagen können, dass und warum eine Darstellung falsch ist. Darauf kommt es doch an, oder?

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