Was am Ende bleibt

Am Wochenende lief auf Servus TV eine Sendung zum Thema „der Hund als Haustier“. Es wurde dort u.a. eine Japanische Ärztin gezeigt, die so einen winzigen Taschenhund mit Kulleraugen hält, dem sie affige Anzügelchen anzieht und zusammen mit ihrem Mann im Brustton der Überzeugung als „ihr Kind“ bezeichnet. Im Bericht wird gesagt, dass sie wüsste, wieviel Arbeit ein Kind machen würde und der Hund ihr all das auch gäbe und dabei viel weniger Arbeit macht und weniger Zeit beansprucht. Das schien wichtig, da sie und ihr Mann ein prallvolles Leben führen.

Ich habe mich gestern lange mit jemandem unterhalten. Uns verbindet, dass unsere Eltern im selben Pflegeheim leben/lebten, wir eine eigene Familie haben und nicht arbeiten, was zwangsläufig mit Konsumverzicht einhergeht. Wir sprachen darüber, wie belastend wir die Auflösung der elterlichen Haushalte empfunden haben.

Das „Entrümpeln“ all der Dinge, für deren Anschaffung sich die Eltern ein Leben lang krummgelegt haben, führte mir die Absurdität ihres und meines Lebensmodells schmerzhaft vor Augen.

Am Ende, angekommen auf 20 Quadratmeter im Pflegeheim, war nichts mehr davon wirklich wichtig. Die Summe der Neuwagen, Hobbys, Urlaube und all der anderen lebenslang angeschafften Dinge reduzierte sich auf den halben Inhalt des Kleiderschranks, einen Fernseher, einen CD Player, ein paar CDs, zwei Vasen, eine Stehlampe, zwei Sätze Bettwäsche, einen Sessel und drei Fotoalben.

Ich habe in der Zeit danach oft nicht verstanden, warum die Eltern im Pflegeheim so fordernd waren. Warum sie mich stets um sich haben wollten, auch wenn es gar nichts zu sagen gab, war mir seinerzeit ein Rätsel.

Heute weiß ich, all der Tand, all die Hobbys und all die Likes, mit denen so viele ihre leeren Leben füllen, sind letztlich bedeutungslos. Was am Ende bleibt, ist die Liebe und Nähe zu unseren Kindern und das Bewusstsein, der Welt mehr als einen Haufen Gerümpel hinterlassen zu haben.

IMG_7588