in der Empfangshalle von Neuland

Nein, da möchte ich mich gar nicht mit fremden Federn schmücken, denn dieses schöne Bild zum Einstieg habe ich dem heutigen Morning Briefing von Gabor Steingart entnommen.

Heute morgen am Frühstückstisch ging es um das siebte Türchen im Mathe Adventskalender. Die bisherigen Aufgaben waren meist wortreiche Textaufgaben, die leicht über einen Dreisatz hätten gelöst werden können. Hätten, denn heutzutage lernen Kinder in manchen Schulen nicht mehr Algebra, sondern Dinge wie „fair teilen“ und der theoretische Rest muss von den Eltern in häuslicher Fleißarbeit beigesteuert werden.

Also führten die bisherigen Wege zur Lösung in der Wichtelwerkstatt über Mutters Schmierzettel nebst wortreicher Hilfestellung. Heute nun ging alles ganz schnell und das Kind war ob der Einfachheit der Aufgabe verwundert, so dass meine Meinung zwecks Rückversicherung eingeholt wurde.

Gegenstand der Aufgabe war der in der Wichtelwerkstatt programmierte Schneeschiebeautomat, ein richtiger Wichtel-Roomba im Weihnachtsdorf. Und nachdem ich die beschriebene Programmierung verinnerlicht hatte, fuhr ich Planquadrat um Planquadrat mit dem Zeigefinger ab: „Anschlag-links?-Fehler-rechts?-ja-weiter!“ Auch ich kam, allerdings erst nach Minuten, zur selben Lösung. Die heutige Aufgabe wurde abgeschlossen und das zusätzliche mathematische Tagespensum damit erledigt.

Ich hätte gar nicht weiter darüber nachgedacht, wenn mich nicht später Steingarts Morning Briefing dazu gebracht hätte. Es ist so, dass ich oft genug in der Empfangshalle von Neuland sitze. Mein Beitrag „nicht für mich gemacht“ könnte mit „die kleine Ute möchte aus dem Neuland abgeholt werden“ überschrieben sein.

Aber es gibt die Generation, die mit Lego WeDo und Lego Mindstorms aufwächst. Die schon im Kindergarten- oder der Grundschulalter wie selbstverständlich einfache Programmierungen über das Tablet vornimmt, als Zehnjährige in großen Gruppen parallel im Hier und im Minecraft-Universum an riesigen Landschaften mit wilden Funktionalitäten zusammenarbeitet und für die sich die analoge und die digitale Welt völlig gleich anfühlt.

Die Kinder dieser Generation betreten nicht mehr zaghaft die Empfangshalle von Neuland, diese Kinder sind auch nicht einfach Bürger von Neuland, sie sind schon zum lebendigen Teil von Neuland geworden, während die Politik noch über die Digitalisierung von Schulen diskutiert. Wir können diese Generation nicht mehr aufhalten auf ihrem Weg, und wir können sie schon gar nicht mehr einholen.

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