Topfpflanzen

Da beschwert sich mein neues Lieblingsrollenvorbild Annegret sinngemäß, dass sie habe erklären müssen, was aus ihren drei Kindern werde, als sie für Ämter kandidierte. Männer, die ebenfalls drei Kinder gehabt hätten, seien das nie gefragt worden.

Ich finde diese Beschwerde affig und vor allem zutiefst frauenfeindlich. Wenn sie ehrlich gewesen wäre und nicht nur im medialen Kampf gegen die alten weißen Männer hätte populistisch punkten wollen, dann müsste sie zugeben, dass die Frage durchaus berechtigt ist. Und dass ein starkes berufliches Engagement bei gleichzeitiger Mutterschaft einem rund-um-die-Uhr Tanz auf dem Vulkan gleichkommt. Diese Frauen, die sich da vorne hinstellen, die Arme in die Hüften stemmen und in die Welt blasen, dass das doch alles kein Problem sei, die erweisen ihren Schwestern einen Bärendienst. Und sind zudem nicht aufrichtig, was ich bei Politikerinnen besonders unangenehm finde.

Kinder sind keine Topfpflanzen, die stellt man nicht mal eben auf eine andere Fensterbank, wo das Licht auch gut ist und egal ist, wer sie gießt.

Die Männer, die ebenfalls drei Kinder haben, die wissen das. Weil sie zuhause mit offenen Augen sehen, wie sich ihre Frau kümmert und was das für ein Hammerjob ist als Hausfrau und Mutter.

Und Männer, die ebenfalls drei Kinder und eine berufstätige Frau haben, wissen das auch. Weil sie zuhause erleben, was an beiden Eltern hängenbleibt und naturgemäß eben nicht durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen sowie  „Hege- und Pflegedienste“ abgefangen werden kann. Weshalb dann eben der Mann auf den Beruf verzichtet, sofern man es sich leisten kann.

Souverän wäre gewesen, die durchaus berechtigte Frage mit einem kurzen Satz zu beantworten: „Mein Mann kümmert sich um die Kinder!“

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