Meinungsmache

Als ich gestern die Tagesschau sah, konnte ich mich beim Bericht über die Präsentation des Nahost-Plans von US-Präsident Trump kaum auf das gesprochene Wort konzentrieren, weil ich den Blick von dem Hintergrundbild nicht abwenden konnte und für mich dachte, „Meine Güte, warum sieht der Kerl nur immer so bescheuert aus?“

Dabei empfand ich dieses „bescheuert“ nicht im Sinne von „schlecht getroffen“, sondern mehr als „gestört“.

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Erst im weiteren Verlauf des Berichtes fiel mir auf, dass man durchaus bessere Bilder hätte auswählen können und der gestörte Eindruck auf der einen und der frustrierte Eindruck bei Netanjahu auf der anderen Seite vielleicht gar kein Zufall war.

Aber ich hätte gar nicht weiter darüber nachgedacht, wenn nicht im weiteren Verlauf der Tagesschau die Vorstellung des Jahresberichtes des Wehrbeauftragten thematisiert worden wäre. Und bei dieser Berichterstattung wurde auch eine Sequenz eingeblendet, die die Verteidigungsministerin beim Besuch der Truppe zeigt. In dieser nur wenige Sekunden dauernden Einblendung wird Frau Kramp-Karrenbauer so gezeigt:

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Nun ist mir erst bei der Aufbereitung der Screenshots für diesen Beitrag aufgefallen, dass es sich um eine Archivaufnahme handelt, die Einblendung „Archiv“ jedoch nicht während der gesamten Sequenz sichtbar ist. Man hat also irgendwas von irgendwann reingeschnitten, was die Verteidigungsministerin zeigt und sie nicht wirklich kompetent und interessiert aussehen läßt.

Und obwohl es nicht gesagt wurde, entstand bei mir der Eindruck, dass ihr dort gerade der Wehrbericht mit Zeigestöckchen präsentiert wird und sie dem Vortrag gelangweilt und abweisend (Körperhaltung) folgt. Zufällig passte diese Wirkung auf mich auch zum Tenor des Berichts: die Bundeswehr wird schlecht geführt!

Tatsächlich ist dieses Bild von der Verteidigungsministerin so negativ bei mir haften geblieben, dass ich mir die Tagesschau noch einmal anschauen musste. Und am Ende komme ich zu dem Schluss, dass gestern ganz wesentlich mit der Auswahl der Bilder („Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“) Meinung gemacht wurde.