So Long, Marianne

Seit meine beste Freundin vor gut 30 Jahren einen sinnlosen Drogentod starb, bin ich irgendwie verwaist zurück geblieben. In den vielen Jahren seither gab es immer wieder Momente, wo ich sie ganz besonders vermisste. Heute habe ich verstanden, dass manche Menschen ihren Weg einfach gehen müssen und man sie nicht aufhalten kann. Keine Erziehung und kein Zureden kann verhindern, was von selbst aus ihnen heraus möchte.

Heute morgen las ich, dass der 21 jährige Sohn von Melissa Etheridge Opfer seiner Drogensucht geworden ist. Den Artikel musste ich mehrfach lesen, bis mir die familiären Zusammenhänge klar wurden (nicht, dass es mich etwas anginge…). Mich irritierte, dass der leibliche Vater nur als „Samenspender“ genannt wurde. Und mich wunderte, mit welcher Selbstverständlichkeit das Eingehen neuer Partnerschaften und die Beteiligung an der Fremdzeugung und -austragung weitere Kinder erwähnt wurden.

Es ist die Degradierung eines an der Zeugung beteiligten Menschen zum Samenspender (oder im umgekehrten Fall zur Eizellenspenderin oder Leihmutter) und die heutzutage oft erlebte Reduzierung des getrennt lebenden Elternteils auf „dein Vater“ oder „deine Mutter“, eine Art lästiges Anhängsel, das Zeugungs- oder Gebährpflicht erfüllt hat und nun nichts mehr zählt.

Die leiblichen Eltern sind mehr, als ein biologischer Teilaspekt am Wunder der Entstehung neuen Lebens. Es mag egal sein, in welcher Petrischale Eizelle und Samen verschmolzen sind, von welchem Vater oder welcher Mutter sie kamen, ist es nicht!

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